Die zweite Runde begann für manche überraschend einen Tag nach ihrem Erstrundenspiel - aber sonst hat sich schon Routine eingesetzt - ob bei der Sitzordnung, in der richtigen Reihenfolge, wie auch bei der Anwesenheit. Denn in der zweiten Runde konnten gleich vier Partien in der Mühle zum angesetzten Termin gespielt werden und lediglich eine (Götz-Gerdom) musste verlegt werden.

Leider hat ein Teilnehmer auf die weitere Teilnahme verzichtet, weshalb Rene ein freilos zugelost wurde, da er beruflich verhindert war. Damit stand er schon früh bei 2/2 Punkten.

  • Paarungen:

  • Nissen - Luhn 1-0

  • Sigl - Andrianarison 0-1

  • Götz - Gerdom

  • Botia - Bergen 0-1

  • Sedelmayr - Leinweber 0-1

  • Weinberger freilos

Die vier Partien begannen dann pünktlich, von Anfang an konzentriert und mit sehr spannenden Stellungen.

Zuerst ging das Spiel an Brett 2 zwischen Dietmar und Ny zuende, nach 18 Zügen! Im Königsgambit (nicht die Serie) konnte Ny den weißen Angriff entschärfen, die Rochade von Weiß verhindern und eine komplexe Stellung dann schnell zum Sieg gegen den weißen König umsetzen. Das ging schnell und war stark gespielt von ihr!

Dann hat es eine Weile gedauert bis es zwischen Juan-Eli an Brett 3 das nächste Ergebnis gab. In einer für meine Augen ungewöhnlichen London-System / beschleunigter-Drache-Variante hat Eli früh eine Qualität gewonnen, dafür aber seinen starken Königs-Läufer abgegeben. Daraufhin hat Juan einen gefährlichen Mattangriff gestartet, ausgehend von der ständig angelegten Mattdrohung auf der langen Diagonale. Aber Eli hat die Zeit genutzt und sich eine Verteidigung zurechtgelegt, dass er ein Endspiel mit deutlichem Materialvorteil erreichen konnte. Ein mutiges Spiel, dass sich in dem Fall für den Verteidiger ausgezahlt hat.

Die letzten beiden Partien haben dann nochmal auf sich warten lassen, bis an Brett 4 dann drei Bauern sich schon fast als Damen gesehen haben. Dabei verlief die Partie Werner - Roman erst sehr strategisch. Eine spanische Eröffnung die wegen ein paar strategischen Fehlern zuweilen sehr erfolgsversprechend für weiß war. Jedoch hat Werner sich für einen soliden Aufbau entschieden und so auch eine vielversprechende Stellung mit einem Mehrbauern erreichen können. In dieser meinte Roman einen Trick gesehen zu haben, der auch funktionierte, aber objektiv ein Figureneinsteller war. Zum Ende einer Partie ist sowas noch schwieriger zu sehen, so dass Roman eine Qualität gewinnen und mit Turm gegen Springer das Endspiel für sich entscheiden konnte. Gratulation zum ersten Turnierpartie-Sieg, das ist gleich mal eine Hausnummer!

Zuletzt lief meine Partie gegen Robert an Brett 1. Wir haben das Spiel nachträglich noch sehr lange analysiert und waren in vielen Stellungen unterschiedlicher Meinung - gerade später - Schwerfiguren-Endspiel. Nach langen Überlegungen in der Analyse wurde noch der Computer befragt, dieser spuckte ganz trocken 0.0 aus, verrückt. Das Spiel war in einer Nebenvariante des slavischen Meran in eine Stellung geraten in der für beide Seiten Chancen lagen. Schließlich endete Schwarz mit einem Mehrbauern, welcher auf g2 dem weißen König zwar ungeliebte Gesellschaft aber auch etwas Schutz geboten hat. Hier glich sich die Stellung wieder aus sagen die Computer, die einen sehr tiefen, starken Königsangriff finden konnten. Aber diese Variante war am Brett bei inzwischen fortgeschrittener Zeit nicht zu finden, dass letztlich die viel einfacher zu spielende Drohung des vorrückenden a-Bauerns in Kombination mit einem Angriff auf der siebten Reihe, mir den Sieg mit den Sieg mit Weiß einbrachte.

Sehr interessantes Spiel und nach Roman noch ein Underdog-Sieg, dass im Rennen, um den Vereinsmeister der Spannungsbogen jetzt schon weit gespannt ist!

Nachgeholt wird noch Götz-Gerdom, dann erfolgt die Auslosung für die dritte Runde am 17.2

Partien, rest folgt wie üblich alsbald

Nächster Beitrag Vorheriger Beitrag