Zusammenfassung der dritten Mannschaft

Seit Vereinsgründung spielte die letzte Mannschaft Caissas immer ziemlich unambitioniert in C-Klasse mit. In der Saison 2002 war das ganz anders. Mit einem souveränen Start-Ziel-Durchmarsch stieg sie in die B-Klasse des Kreisverband Augsburgs auf und natürlich wollte man unbedingt in dieser Saison die Klasse halten.

Mit Gerd Leuchter (für die ersten Spiele), Wolfi Brückner, Siggi Zagler, Armin Krawatzki (alle aus der 2ten Mannschaft) hatte man sich dementsprechend verstärkt. Im Laufe der Saison kamen noch Helmut Vogt, Roland Feicht und Thommy Feiertag dazu! Lediglich Manfred Rusch, Ruth Anhäuser und Wolle Sturm blieben noch aus der Aufstiegsmannschaft übrig.

In der ersten Runde konnten wir vom Losglück proftitieren. Rain bestritt einen Doppelwettkampf und trat ersatzgeschwächt an. Deshalb war der deutliche 6:2 Sieg mit Leuchter an Brett eins nicht unbedingt eine Überraschung. Schon eher, das superspannende 4,5: 3,5 in Runde zwei gegen Aichach ohne Leuchter. Der aus Berlin angereiste Armin Krawatzki sicherte mit einem Remis in gewonnener Stellung gegen Heinz Neumair den doppelten Punktgewinn. Und lange schallte es in der Kervansaray noch: Caissa lebe hoch...

In der 3ten Runde hatten wir die nicht konkurrenzfähigen Meringer ohne eine Partie zu verlieren mit 6,5 abgeschossen. Die ersten Aufstiegspläne wurden geschmiedet und promt gab es gegen die bis dahin sieglosen SGAler die erste Niederlage : eine grausame Katastrophe! Helmut Vogt(DWZ 1840) stellte in der Eröffnung eine Figur ein und remisierte gegen Herrn Striegel (DWZ 1275). Ein starkes Stück für jemand, der schon M. Tal, Petrosian und viele andere Schachgrößen im Auto hatte. Hannes Drescher stand unverlierbar auf Gewinn, während Armin mit einer Figur weniger weiterkämpfte und gewann. Hannes hatte eine Qualität mehr und einige Bauern, verliebte sich in eine Mattkombination mit Damenopfer, übersah aber eine "Kleinigkeit" und gab sofort auf, dabei stand er vermutlich immer noch auf Gewinn. Siggi Zagler willigte, ganz gegen seine Art, viel zu früh ins Remis ein. Ruth ließ sich von Herrn Lorenz sang-und klanglos überspielen und ärgert sich heute noch darüber. Nun mussten die beiden Spitzenbretter gewinnen, um wenigsten einen Punkt zu retten, doch Wolfi stand bedrängt mit Minusbauer hinten drin und nahm das Remisangebot an. Warum sollten die sich die vorne auch opfern, wenn hinten furchtbarer Mist gespielt wurde? Dennoch gab es Donnergrollen vom Mannschaftführer.

Dergestalt geläutert reiste man beim ungeschlagenen Tabellenführer Inchenhofen an, Wolle Sturm beschwor den Teamspirit mit Schokoriegeln und wir gewannen mit einer konzentrierten Mannschaftsleistung 5:3. Helmut schien zu seiner alten Leistungsstärke, wie zu seinen alten Sprüchen zurückzufinden: "Gegen den Laden hier, spiel ich normal simultan.". Doch mit den Friedbergern kam in Runde sechs der Angstgegner. Gerd und Wolfi hatten sich oben festgespielt und Gaissi, der später zum besten Spieler seiner Klasse gekürt werden sollte, lag mit Grippe im Bett. Ein halber Punkt für die ersten fünf Bretter war die erschütternde Konsequenz. Siggi Zagler spielte desolat, Rusch stellte mit Mehrfigur (nach zehnminütiger Variantenberechnung!) einzügig die Dame ein und, und und... nur Armin an Brett eins zeigte eine normale Leistung. Dass wir überhaupt auf 3,5 Punkte kamen, lag an den starken "Ersatzleuten", die allesamt volle Heuer einfuhren. Erfreulich nicht nur der erste Punkt von Werner Dehne, sondern auch der für ihn selbst überraschend klare und souveräne Sieg von Roland Feicht gegen Herrn Althammer.

Wir waren immer noch Tabellenführer! Vom ersten Spieltag auf einem Aufstiegsplatz stehend, doch nun konnte uns am letzten Spieltag bei einer Niederlage die halbe Liga einholen! Ein Pünktchen aber würde den Aufstieg sicherstellen. Finster entschlossen fuhren wir nach Kissing und machten das Ding fest : Unentschieden : Aufstieg !!! Zuvor schien sich jedoch Murphy's Law zu bestätigen. Nach einer Stunde hatten wir 2,5...(Siggi und Thommy gewannen rasch, Gaissi war das Remis nicht mehr zu nehmen, knetete aber noch).Roland hatte 2 Figuren mehr, Ruth die Qualität und aktive Stellung. Der Sieg schien sicher. Aber Roland verlor total den Faden, Ruth die Nerven, beide ihre Partien. Auch Armin konnte trotz Kämpferherz und Pattwitzen die verlorene Mittelstellung im Endspiel nicht ins Remis retten. Nun mussten aus den letzten beiden Partien 1,5 Punkte her. Jackie Königer spielte wie immer unkonventionell, aber sicher, ohne jedoch einen Vorteil zu erringen... Helmut Vogt spielte an Brett sechs gegen Lippenberger(1775) und stand schlecht. Als Jackies Gegner ohne Not einzügig einen Turm einstellte und aufgab, wollte Lippenberger, da Kissing auch noch aufsteigen konnte, unbedingt voll punkten. Es kam zum großen Show-down, und in hochgradiger Zeitnot für beide erzwang die Augsburger Schachlegende durch eine kleine Raffinesse Zugwiederholung. Die mittlerweile 20 Kiebitze, selbst der Kissinger Bürgermeister war zugegen, applaudierten frenetisch und Helmuts Platte war röter als vor 25 Jahren bei seinem Remis gegen Tal !
Oder war es Unzicker?

Insgesamt wurden 16 Spieler eingesetzt. Ein neuer Rekord. Mannschaftsführer Siggi Zagler nahm als einziger an allen Wettkämpfen teil, gefolgt von Ruth, Armin und Gaissi mit jeweils sechs Partien. Nochmal ein Dankeschön an die Herrn Rückkehrer Vogt, Feicht, Feiertag und Dehne, die im Endspurt wesentliche Beiträge leisteten.

Theobald Tiger